Interview zur Person

Wie sind Sie zur Zauberei gekommen?

Es war damals in der fünften Klasse. Ein Klassenkamerad kam irgendwann auf mich zu und fragte: „Fällt dir etwas an mir auf“. Ich verneinte. Dann schnippste er mit den Fingern und schlagartig erschien aus dem Nichts eine große Blume im obersten Knopfloch seines Hemdes. Wow, dachte ich. Und schon war ich infiziert vom Zaubervirus.

Und wie ging es dann weiter?

Wir hatten damals nur ein Zauberbuch. Daraus lernten wir und wir waren auf jeden Trick stolz, den wir mehr oder weniger gut konnten. Mein Kumpel bastelte gerne und baute sich aus Pappe so manches kleine Wunder. Er führte aber selten etwas vor. Ich hingegen war genau das Gegenteil. So kam was kommen musste. Bei unserem ersten gemeinsamen Auftritt in der Schule klappte es bei mir ganz gut und bei ihm ging sehr viel in die Hose. Fazit: Ich zaubere noch immer und für ihn war die Sache danach erledigt.

Für uns Zuschauer ist ja jeder gute Trick wie ein Wunder. Geht’s Ihnen auch noch so?

Ich versuche mir das Wunder immer noch vorzustellen. Wenn es in meinem Kopf „passiert“, dann sieht man mir das in Mimik und Körpersprache auch an und der Effekt wirkt dadurch deutlich stärker. Zauberei hat enorm viel mit Psychologie zu tun. Das interessiert mich und da lernt ma nie aus.

Sie sind Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. Was ist das?

Das ist eine internationale Vereinigung von Amateur- und Profi-Zauberkünstlern. Wer rein will, muss eine Aufnahmeprüfung machen. Ist nicht ganz einfach. Man muss schon ziemlich gut zaubern können und auch in Sachen Theorie was auf dem Kasten haben. Bei mir ging die Prüfung fast einen ganzen Tag lang. Als ich es dann geschafft hatte, war ich happy.

Können Sie uns einen Trick verraten?

Nein, sonst würden die mich aus dem Magischen Zirkel rausschmeißen. Ich darf aber eines Verraten: „Ablenkung“ ist eine der stärksten Waffen, um ein Wunder zu bewirken. Ich habe mal an einem Zauberseminar teilgenommen, da ging es nur um dieses Thema. Der Seminarleiter sagte: „Ich werde in den nächsten Minuten diese Sektflasche hier mehrmals verschwinden lassen und ihr werdet es nicht merken.“ Dann stellt er die Flasche auf den Tisch und zeigte irgendeinen anderen Trick und irgendwann mittendrin sagte er „Na, ist sie noch da“ und – verdammt – sie war weg. Das machte er mehrmals hintereinander, aber keiner von uns Zauberkünstlern hatte es gesehen.

Was zeichnet einen guten Trick aus?

Eine gute Routine – so nennen wir einen Trick – ist unterhaltsam und beinhaltet ein Wunder, eine Unmöglichkeit. Manchmal sehe ich Zauberer die ein Wunder zeigen, aber es ist langweilig. Bei der Fernsehserie „The Next Uri Geller“ gab es davon einige Beispiele - wie ich finde. „Entertainment“ ist also das Zauberwort. Da ich früher auch in diversen Musik-Bands gespielt habe, weiß ich, dass dies für alles gilt, was man auf der Bühne macht. Man muss die Leute gut unterhalten. Und man muss Spaß an der Sache haben. Wenn man Spaß hat und es zeigst, dann haben auch die Zuschauer Spaß.

Vielen Dank für das Interview.